"Auf zu neuen Ufern" waren unsere Gedanken, als wir uns in Richtung Schweiz aufmachten,
um ein für uns noch unbekanntes Revier zu entdecken. Dank Mr. Berner-Oberland (Stefan)
hatten wir keine Probleme die richtigen Vibes und die schönen Bäche zu finden.
Mr. Berner-Oberland zeigt uns wo´s lang geht-
Am ersten Paddeltag (Donnerstag) lockte die Lammschlucht der kleinen Emme mit gutem
Pegel und Sonnenschein. Der Einstieg erfolgte über einen Alpinstart direkt in die
Schlucht. Leider verrenkte sich Gerd gleich bei diesem Klippenstart übel den Rücken,
so dass er sein Dasein als Shuttlebunny das Wochenende fristen musste. Für die
anderen Bezwinger hieß es sich durch die Schlucht zu kämpfen, die nach dem heftigem
Hochwasser, sehr "verholzt" war. Trotz einiger mühsamer Umtragen und weiteren
Alpinstarts, war es ein gelungener Paddeltag. Die kleine Emme wartete mit einigen
schönen Passagen in einer wunderschönen Schlucht auf. So gab es auch die ein oder
andere saubere Stufe zu befahren.
Boof Chicken Boof (Martin)
Tobe´s geschundenes Boot von einer fetten Umtrage. (Unfahrbare Stelle im Hintergrund)
Ab nach unten...
...in der Lammschlucht. (Steffen)
Am Abend gab´s ne gute Lagerfeueraktion an einem schönem Penninger an der kleinen Emme.
Tobe hat nen Bärenhunger
Gegen den Durst war auf alle Fälle gesorgt ;-)
Die Young Guns kommen mal wieder auf verrückte Ideen...
...aber auch diese werden mal müde und genießen die Wärme des Feuers.
Am nächsten Tag (Freitag) stand zuerst die Kander auf dem Programm. Dieser Bach
fließt zunächst durch ein kurzes Waldstück, dass schön verblockt ist und eine schöne
Stufe beinhaltet. Leider ist dieser Abschnitt viieell zu kurz, aber um so mehr hat er
uns richtig Spaß gemacht. Danach wird das Bachbett offener und der Ausstieg an einer
Brücke ist bald erreicht.
Stark motiviert von diesem herrlichen Fluss trieb es uns noch am selben Tag zur Kiene.
Nach einem Blick in diesem Bach wussten wir endgültig was für ein verheerendes Ausmaß
das große Hochwasser letztes Jahr hier angestellt hatte. Trotzdem booteten wir
ziemlich weit oben ein. Dies sollte sich als ein Fehler herausstellen. Die ganze
Bachlandschaft sah aus wie in einem Kriegsgebiet. Überall lagen zahllose Bäume kreuz
und quer. Die Steine waren scharfkantig , die Uferbewachsung war verwüstet und die
steilen Hänge waren katastrophal ausgewaschen.
Kiene nach dem Hochwasser.
Meistens konnten wir nur wenige Meter paddeln bevor wieder ein Baum die Durchfahrt
erschwerte oder unfahrbar machte. Der Fluss strömte stark gen Tal und es gab nur
wenige kleine Kehrwässer. Eigentlich sind wir mehr gelaufen und geklettert, als
gepaddelt :-( Insgesamt waren nur wenige Stufen/Passagen befahrbar. Ab ca. der
Mitte der Strecke (erneute Einstiegsmöglichkeit) wurde die Kiene von einigen
Schweizern freigesägt. Ab hier lohnt sich auf alle Fälle die Fahrt. Schöne
Verblockung und ausreichende Kehrwasser machen diesen Abschnitt lohnswert.
Aufpassen sollte man nach ca. 1,5 km. Denn dann kommt ein großer Baumverhau
(Lebensgefahr!) in den die Strömung reinzieht. Eine Befahrung ist kein Problem,
wenn man stark links davon vorbei fährt.
Warum haben immer die anderen grün?
Mr. Berner-Oberland (Stefan)
Tobe genießt die Sonne
Scheiß Pfand...
Am Abend sind wir noch zur Engstligen gefahrn, die wir am nächsten Tag (Samstag)
paddeln wollten. Laut Internetinfos sollte der Bach auch noch nach dem Hochwasser
sehr schön sein. Davon wollten wir uns natürlich selber ein Bild machen.
Wer sieht den Paddler ganz in weiß?
Wir sind nach dem Pochtenkessel auf der Engstligen eingestiegen. Anfangs fließt sie
durch eine schöne Schlucht mit guter Verblockung. Dieser Fluß macht auch riesigen Spaß.
Bei uns war in der Schlucht alles fahrbar. Allerdings muss man nach der Schlucht
weiter unten aufpassen. Hier kommen einige Bäume die lebensgefährlich im Bach liegen.
Also immer Augen auf.
Wenn man seinen Gaskocher vergisst, muss man aus der Not eine Tugend machen...
Am letzten Tag (Sonntag) war DER Klassiker des Berner Oberlandes am Start - die weiße
Lütschine. Traumbach, Traumwetter, Traumtag! Zunächst folgt nach dem Einstieg ein
schöner Katarakt, der gut vom Boot aus einzusehn ist, was das Paddeln nach den
vergangenen Tagen noch schöner macht. Kurz darauf kommt ein kleiner Höhepunkt des
Wochenendes. Das Wehr an der weißen Lütschine ist ca. 5 Meter hoch und mittig gut
zu befahrn. Das eigentliche Kriterium ist aber eine kleine, aber fiese, zweite
Stufe. Diese ist mit Steinen durchsetzt und sollte auf jeden Fall rechts gefahrn
werden. "Kamikaze" Tobe booft als erster das fette Wehr. Man sah nur noch etwas
großes Gelbes waagrecht durch die Luft fliegen und einen lauten Jubelruf -
sauber man! Durch diese geile Befahrung waren die anderen hochmotiviert. Als nächster
stoße ich mich vom Kehrwasser ab. Gott sei Dank ist bei mir auch alles gut gegangen,
jetzt nur noch sauber rechts über die zweite
Stufe. Aber was ist das? Ich spüre keinen Druck auf meinem Paddel. Auf einmal
bemerke ich, dass mir das Paddel abgebrochen ist. Ich muss es irgendwo angeschlagen
haben. "So en Scheiß. Nicht jetzt!" Verkrampft versuche ich mich mit der einen
Paddelhälfte auf die rechte Flussseite zu kämpfen. Zum Glück geht alles gut. Ein
paar Minuten später stehe ich strahlend am Ufer und kann die Befahrung von Stefan
genießen. Auch er booft sauber über das Wehr und kann sich freuen. Die folgenden
Kilometer der weißen Lütschine sind noch mal anspruchsvoller als der obere Teil.
Doch aufgrund des Sonnenscheins und des Adrenalins kann uns das nix mehr anhaben.
Es liegen auch keine Bäume mehr im Fluss, so dass dem Spaßfaktor wirklich nix mehr
im Wege steht. Enjoy Paddling!
Stefan booft seinen "Sportcreeker" G-Ride
Martin mit noch intaktem Paddel
Schade...
Ein erfolgreiches Wochenende neigt sich dem Ende zu. Berner Oberland wir kommen wieder.
Hier gibt es noch viele Flüsse zu entdecken, z.B. die oberste Aare u.v.m. Alle sind
zufrieden, nur Gerd können wir nicht 100%-ig überzeugen...